Protest gegen Monsanto: Straftatbestand „Ökomord“ – taz.de

 Dass Monsanto wissentlich die Natur schädigt, soll künftig in der internationale Rechtsprechung einen Straftatbestand darstellen.  Eigentlich gibt es juristisch gesehen den Begriff “Ökozid” noch gar nicht. Genau auf diese Lücke möchte die NGO “Monsanto Tribunal” mit der auf “vorsätzlichen Mord an Ökosystemen” lautenden Klage in Den Haag hinweisen.

MitstreiterInnen und AnklägerInnen sind:

  • Vandana Shiva Wissenschaftlerin und soziale Aktivistin
  • Corinne Lepage ist seit 1975 Anwältin spezialisiert auf Umweltfragen
  • Marie-Monique Robin ist Journalistin, Regisseurin und Schriftstellerin
  • Olivier De Schutter ist Professor an der Universität von Leuven, Mitglied des Ausschusses der Vereinten Nationen
  • Gilles-Éric Séralini ist seit 1991 Professor für Molekularbiologie und Forscher
  • Hans Rudolf Herren ist der Gründer und Präsident von BioVision und Präsident und CEO des Millennium Institute
  • Arnaud Apoteker hat an zahlreichen Kampagnen von Greenpeace mitgearbeitet
  • Valerie Cabanes ist Anwältin für Internationales Recht mit Spezialität humanitären Völkerrechts und internationalen Rechts der Menschenrechte
  • Ronnie Cummins ist Direktor der zwei Millionen Mitglieder starken Organic Consumers Association in den Vereinigten Staaten
  • André Leu ist Autor des preisgekrönten Buches The Myths of Safe Pesticides (Der Mythos der sicheren Pestizide) und Präsident der IFOAM (Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen)
  • und weitere Personen
  • Unterstützt wird das “Monsanto Tribunal” auch von etlichen Organisationen.

Die auf 500.000 € geschätzten Kosten sollen von der internationalen Zivilgesellschaft getragen und über Crowdfunding gesammelt werden.

Kurt Walser

 

Die NGO „Monsanto Tribunal“ will dem US-Konzern 2016 in Den Haag den Prozess machen. Noch ist das Gericht nur symbolisch – aber das soll sich ändern.

Quellen: 

Protest gegen Monsanto: Straftatbestand „Ökomord“ – taz.de

http://www.monsanto-tribunald.org/home/crowdfunding/

Weitere Links:

http://www.biovision.ch/aktuelles/monsanto-tribunal-angekuendigt

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Roland Düringer: Weltfremd oder Visionär?

Roland Düringer spricht einige Kernprobleme der heutigen Zeit an und er räumt mit ein paar Missverständnissen auf. Beispielsweise unterscheidet er zwischen Realität und gesellschaftlich konstruierter Wirklichkeit sowie der Veränderbarkeit Letztgenannter. Er zeigt auf, dass übergroße Strukturen antidemokratisch sind und Politik nicht den PolitikerInnen vorbehalten ist. Was allerdings so einfach rüberkommt, nämlich kritisch zu hinterfragen und selbstbestimmt zu leben, ist in Wirklichkeit nicht für alle so einfach. Jean Ziegler hat in einem Interview einmal angemerkt, dass er die Dinge deshalb so schonungslos beim Namen nennen kann, weil er in einer privilegierten Position ist.

Sozialisierung und Lebenswelt kann niemand so einfach beiseite schieben. Das Lösen von alten, anerzogenen Welt- und Gesellschaftsbildern ist oft ein langer und schwieriger Prozess mit ungewissem Ausgang. Dieses Verständnis ist genauso wichtig, wie das Aufzeigen von Missständen und Fordern von Eigenverantwortung. Es ist für mich auch nicht vorstellbar, dass alle Menschen SelbstversorgerInnen werden und die Lösungen ausschließlich in Klein- und Kleinststrukturen liegen. Wie sollen diese z.B. Großstädte versorgen. Auch Urban Gardening, Gemeinschaftsgärten und genossenschaftlich geführte Lanwirtschaftsbetriebe können diesen Bedarf allein nicht decken. Wenn Stadtmenschen in der Not plündern, wie Düringer im Interview anmerkt, werden sie das auch auf dem Land tun. Die Eigenvorsorge wird so wieder zum Allgemeingut.

Eine Lösung könnte in der Neuorientierung und Beantwortung der Frage liegen, in welchen Bereichen der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft  es globale, nationale oder regionale Strukturen braucht. Der Nationalökonom Ernst Friedrich Schumacher, dessen Lehrer der Philosoph und Vordenker Leopold Kohr war, hatte schon 1973 in seinem Bestseller „Small is Beautiful“ die Rückkehr zum menschlichen Maß gefordert. Für ihn ist die

„Frage der Größe in politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und bei nahezu allen anderen Bereichen wichtig“. (Vgl. Schumacher 2013, S.70)

Leopold Kohr war überzeugt,

„dass eine humane Welt nach den kleinen Maßen des Menschen strukturiert sein muss und Probleme immer dort auftreten, wo etwas zu groß ist“ (vgl. Wikkipedia 2016) und folglich unüberschaubar wird.

Es geht hier also mehr um eine optimale Größe und nicht um Kleinstrukturiertheit per se!

Das Interview mit Roland Düringer beinhaltet jedenfalls genügend Anregungen und Diskussionsstoff darüber, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen. Wir sollten damit anfangen und unsere Stimme nützen, anstatt, wie Düringer bemerkt, sie bei den Wahlen abzugeben. Zum Beispiel: Im Forum für ethisches Wirtschaften.

  1. Schumacher, Ernst Friedrich (2013): Small is beautiful: die Rückkehr zum menschlichen Maß. München: Oekom-Verl.
  2. Wikkipedia (2016): Leopold Kohr – Wikipedia. Online im Internet: https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Kohr (Zugriff am: 18.02.2016).

Kurt Walser

Im Rahmen seines aktuellen Programms „Weltfremd“, gastierte Roland Düringer am Mittwoch in Götzis. Im VOL.AT-Talk gibt der Kabarettist preis, warum er die Welt verändern möchte und warum Menschen die Dinge mehr hinterfragen sollten.

Quelle: Roland Düringer im Gespräch: Weltfremd oder Visionär? | Vorarlberg Online

 

Kaffeekapseln – die Krönung des dummen Kunden

Ein Kommentar zum bombastischen Erfolg der Kaffeekapseln in Deutschland

Quelle: Kaffeekapseln – die Krönung des dummen Kunden: Ein Kommentar von Florian Simon Eiler – ichtragenatur.de – das Magazin Alles für Ihr nachhaltiges Leben.

Die massive Schädigung der Umwelt kann weder mit satten Gewinnen noch mit Arbeitsplätzen gerechtfertigt werden. Das Vernichten der Lebensgrundlagen für Mensch und Tier ist in diesem Fall ein egoistischer Akt, der gegen das Recht in einer gesunden Umwelt zu leben verstößt und künftige Generationen völlig außer Acht lässt.  Das ist ganz sicher ein Thema für dieses Forum.

Der Wiener Umweltmediziner OA Doz. DI Dr. Hans-Peter Hutter vermutet, dass die lt. einer WHO Studie umweltbedingten 20 Prozent der Krankheits- und Todesfälle in Europa zu niedrig gegriffen sind. (Link)

Kurt Walser

Meinung-Gegenmeinung zu TTIP…

Gegenmeinung

Ganz Ehrlich. Vom Chefredakteur der Regionalmedien Austria AG und früheren, langjährigen Mitarbeiter und Chefredakteur der Zeitschrift „WirtschaftsBlatt“, der als Wirtschaftsjournalist gegenüber vielen einen Wissensvorsprung zum Thema TTIP und Freihandel besitzt, hätte ich mir mehr und bessere Argumente erwartet. Stattdessen beleidigt er die Intelligenz der Blättle-Leserschaft mit seinen TTIP-Verharmlosungsversuchen, indem er das gesamte Freihandelsabkommen auf den einfachen Nenner „Bio- vs. Chlorhuhn“ reduziert. Zudem unterstellt er den KonsumentInnen die freie Produktwahl, unabhängig ihrer Einkommensverhältnisse, und bezichtigt BürgerInnen, die noch nicht der Politikverdrossenheit erlegen sind, einer hysterischen Debatte. Bravo!

Kein Wort von/vom…

  • Drohenden Abbau der Sozial- und Umweltstandards
  • Nachsorge- statt Vorsorgeprinzip
  • Der Privatisierung der Daseinsvorsorge und dem öffentlichen Beschaffungswesen
  • Arbeitsplätzeverlust durch Umstrukturierung (auch in der Landwirtschaft)
  • Der Schwächung der Gewerkschaften
  • Privaten Schiedsgerichten (ISDS) die über nationalem Recht stehen.
  • Klagerecht der US-Konzerne auf zukünftige, entgangene Gewinne vor dem ISDS
  • Der Benachteiligung europäischer Unternehmen (kein Klagerecht beim ISDS)
  • Der Gefahr der Handelsumlenkung zu Lasten bestehender bilateraler Verträge der Einzelstaaten und der EU sowie die grundsätzliche Unvereinbarkeit von Freihandelsabkommen und dem in völkerrechtlichen Verträgen vereinbarten Meistbegünstigungsprinzip (WTO)
  • Den Auswirkungen TTIP’s auf die Entwicklungs- und Schwellenländer
  • Der „Freihandelsprüfung“ künftiger Gesetzesentwürfe und Verordnungen durch den Regulierungsrat (RCC) bevor sie den nationalen Parlamenten zur Abstimmung vorgelegt werden.
  • Autonomie- und Demokratieverlust der Nationalstaaten
  • Der Verfassungswidrigkeit solcher Freihandelsabkommen (auch von CETA) lt. Verfassungsrechtler Siegfried Broß, Völkerrechtsexperte Erich Schweighofer u.a.
  • Der drohenden Abschaffung des BürgerInnenrechts auf Produktinformationen (Hinweise auf genmanipulierte Lebensmittel, Hormonfleisch, Turbo-Lachs etc.)
  • Der Vergrößerung des Abstands zwischen Arm und Reich (siehe NAFTA)

Und nicht zu vergessen: keine Erwähnung kritischer WirtschaftsexpertInnen, die TTIP und CETA für ungeeignet erachten den Anforderungen einer veränderten globalisierten Welt gerecht zu werden und einen fairen, Frieden sichernden Handel zu gewährleisten. (Heiner Flassbeck, Joseph Stiglitz, Jeronim Capaldo et.al.) Im Gegenteil. Der frühere Chefökonom der Weltbank, Joseph Stiglitz, unterstellt der USA sogar böswillige Täuschung, um den Welthandel zu dominieren.

Aber: „Es kann uns ja egal sein, ob TTIP kommt oder nicht. Wir brauchen nur das Biohenderl statt dem Chlorhenderl zu nehmen. Wenn dann auch drauf steht, was drin is!“

 Kurt Walser, BA

 

Meinung

Von Dr. Wolfgang Unterhuber, Chefredakteur der RMA: Egal, ob TTIP kommt oder nicht – wir Konsumenten kaufen, was wir wollen – Land Österreich – meinbezirk.at

Ich finde die Debatte um das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und Europa ziemlich hysterisch. Mir ist es ziemlich egal, ob …

Quelle: MEINUNG: Egal, ob TTIP kommt oder nicht – wir Konsumenten kaufen, was wir wollen – Land Österreich – meinbezirk.at

Deutscher Raiffeisenverband für TTIP

Interessante Argumentation:
Deutschland ist Nettoimporteur von Agrarrohstoffen, weshalb dem Erschließen neuer Märkte höchste Priorität eingeräumt werden soll. Besonders im Abbau „nichttarifärer Handelshemmnisse“ sieht des Präsident des deutschen Raiffeisenverbandes Nüssel eine Notwendigkeit!
Was er in Aussicht stellt: Gute Absatz-„Chancen“ für deutsche/europäische Lebensmittel auf dem US-Markt und für amerikanische Agrarrohstoffe auf dem europäischen Markt. Amerika ist vor allem ein „wichtiger Futtermittellieferant“, schwärmt Herr Nüssel.

Was er nicht anspricht: Was für Futtermittel – GMO’s? Warum ist es so wichtig nichttarifäre Handelshemmnisse abzubauen? Welche nichttarifären Handelshemmnisse? Warum muss ein Land, das so viel Agrarrohstoffe importiert Lebensmittel exportieren? Warum nicht selber Futtermittel herstellen? Haben die Amerikaner so wenig Lebensmittel? Warum braucht es für eine funktionierende EU-US Handelsbeziehung im Agrarbereich gleich ein Freihandelsabkommen? Was wird darin geregelt, was nicht auch in einem bilateralen Handelsabkommen vereinbart werden könnte? Dinge die sonst nicht durchgingen, die wir KonsumentInnen womöglich nicht wollen (GMO’s, Turbo-(Gen)-Lachs, Hormonfleisch…)

Außer Absatz(-Chancen) scheinen die BefürworterInnen kein Argument zu haben. – Doch-Halt: Arbeitsplätze!!! Was sie nicht dazu sagen: dass die zuerst mal vernichtet werden, in Europa und den USA! (Siehe NAFTA)

Hmm…

Kurt Walser