Wirtschaft ist Care – Die Wiederentdeckung des Selbstverständlichen

Wirtschaft ist Care

oder: Die Wiederentdeckung des Selbstverständlichen
von

Ina Praetorius

Heinrich-Böll-Stiftung
Kostenlos pdf  epub  mobi
Veröffentlichungsort: Berlin
Veröffentlichungsdatum: Februar 2015
Seitenanzahl: 88
Lizenz: CC-BY-NC-ND

Die Ökonomie ist zu einer Art Leitwissenschaft geworden, aus der viele Menschen ihre Anschauungen über „normal“ und „richtig“ beziehen, über den Wert von Beziehungen und Tätigkeiten. Doch ausgerechnet diejenigen Maßnahmen zur Bedürfnisbefriedigung, die immer noch von viel mehr Frauen als Männern gratis in so genannten Privatsphären geleistet werden, kommen in der Wirtschaftswissenschaft gar nicht oder nur verzerrt am Rande vor. Welche Folgen hat diese Auslassung?

Zur Beantwortung dieser Frage unternimmt die Theologin Ina Praetorius in ihrem Essay „Wirtschaft ist Care“ eine Reise durch die Ideengeschichte des Abendlandes und zeigt die tiefe Verwurzelung einer ungerechten, zweigeteilten Ordnung in unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsorganisation.

Projekt Bank für Gemeinwohl – Wir gründen eine neue Bank. Gründen Sie mit!

Eine Bank für Gemeinwohl ist darum so interessant für eine ethische Wirtschaft, weil Banken das Herz des neoliberalen Kapitalismus, einer an Gewinnmaximierung und Wachstum orientierten Wirtschaftsordnung ist. Eine Bank, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlt ist somit revolutionär anders. Sie beendet die künstliche Trennung von Wirtschaft und Gesellschaft, indem sie gesellschaftliche Werte auch auf die Wirtschaft anwendet. Was für das Private gut ist und Gültigkeit hat, muss auch im öffentlichen Leben und in der Wirtschaft Anwendung finden. Es gibt keinen erklärbaren Grund, warum Wirtschaft und Banken ohne ethisch-moralische Verantwortung agieren müssen. Auch die Systemlogik ist keine Erklärung, denn die Ziele und Werte, an denen sich die Banken und die Wirtschaft orientieren, sind von Menschen definiert. Menschen können andere Ziele und Werte definieren. Naturgesetz gibt es für diese Systeme ebenso wenig, wie für den Kapitalismus oder den Markt.

Kurt Walser

Projekt Bank für Gemeinwohl – Wir gründen eine neue Bank. Gründen Sie mit!.

Repaircafe – Initiative sucht NachahmerInnen

Im Repaircafe Nenzing-Walgau leisten Harald Mark und sein Team ehrenamtlich und unentgeltlich Hilfe zur Selbsthilfe bei der Reparatur von Geräten und Gegenständen, die sonst verfrüht auf dem Müll landen würden. Dadurch wird nicht nur die Nutzungsdauer der Geräte erhöht, der Müllberg verkleinert und die Geldbörse geschont, sondern auch das soziale Miteinander gefördert. Denn es geschieht in geselliger Atmosphäre, bei Café und Kuchen und gegen freiwillige Spenden. Sollte das Ziel von Harald Mark, in vielen Vorarlberger Gemeinden und Städten Repaircafes zu installieren erreicht werden, schont das die Umwelt und die Ressourcen.

Wenn Menschen vermehrt Produkte reparieren, anstatt wegzuwerfen, wirkt sich das auch auf die Wirtschaft aus. Sie ist dann  gefordert weniger, das aber in guter Qualität zu produzieren. Es gibt Alternativen zur zerstörerischen Idee des grenzenlosen Wirtschaftswachstums, der unsere Konsum- und Wegwerfgesellschaft folgt. Repaircafes sind so eine Alternative. Wenn sich Interessierte finden, wird Harald Mark gerne mit seinen Erfahrungen unterstützend zur Seite stehen. Für die Gründung weiterer Repaircafes braucht es Startkapital für Werkzeug, Einrichtungen etc.. Über den Ideenkanal hat Harald Mark deshalb eine Spendenkampagne (Link) gestartet.

Wer sollte sich angesprochen fühlen?
Technisch versierte Menschen, die Zeit zur Verfügung haben und einen sinnvollen Beitrag für das Gemeinwohl leisten wollen und, ganz im Sinne eines „Forums für ethisches Wirtschaften“, Werte vertreten, die nichts mit persönlichem Profit, Gewinn und Reichtum zu tun haben und nicht mit dem BIP gemessen werden können.

Infos zum Repaircafe im Walgau gibt’s hier: Link

Kurt Walser

Landwirtschaft: Kälber für die Tonne – DER SPIEGEL 18/2015

Landwirtschaft: Kälber für die Tonne – DER SPIEGEL 18/2015.

Ein Bericht, der die Notwendigkeit die Wirtschaft, in diesem Fall die Landwirtschaft, wieder auf ethisch-moralische Grundsätze zu stellen, verdeutlicht. Wenn wirtschaftliche Interessen mehr wert sind als der Respekt und der rechte Umgang mit der Natur (inklusive aller Lebewesen), dann können wir mit Fug und Recht von einem „kranken System“ sprechen. Die Logik dieses Wirtschaftssystem kennt keine moralischen sondern nur monetäre Werte. Das Ergebnis drückt sich in einem gestörten Verhältnis von den Menschen zu Tieren und der Umwelt aus. Eine von m.E. vielen Möglichkeiten diese Entwicklung auf lange Sicht nachhaltig zu verändern ist mehr Bildung statt Ausbildung. Wie wir nämlich leicht erkennen können, eignet sich der Verstand nicht als moralische Instanz, wenn durch Familie,  Schul- und Lehrausbildungsstätten hauptsächlich Individualismus, Leistungsprinzip und Konkurrenzdenken vermittelt werden.

Stephan Schulmeister: Der Weg in die Depression | Profil.at

Zum Artikel: LINK

Neoliberale Spielbedingungen des Euro, Finanz-Alchemisten, die gegen Griechenland spekulierten, und ein Spardiktat: Wie Griechenland zum Sündenbock gemacht wurde.


Die Berichterstattung der ZIB KorrespondentInnen und ModeratorInnen des ORF ist durchwegs von Unverständnis für die Haltung Griechenlands geprägt und fördert damit das Bild der zahlungsunwilligen griechischen Regierung. „Griechenland hat schon wieder keine Vorschläge auf den Tisch gelegt“ oder sinngemäß“ lange kann das so nicht mehr weitergehen“ sind Aussagen die zumindest das Potential haben, eine griechenfeindliche Stimmung zu erzeugen und die Schuldfrage ganz bei den Griechen zu verorten. Wer verbietet eigentlich den Damen und Herren der ZIB den Focus auch auf die MitverursacherInnen zu legen und die Dinge einmal mit der Brille eines Herrn Schulmeisters zu betrachten? Würden alle Sichtweisen im gleichen Ausmaß dargestellt, käme das dem Anspruch einer objektiven Berichterstattung gerecht werden zu wollen gleich. Aber so wirkt das auf mich, als würde Mann/Frau ModeratorIn sich daran beteiligen, die griechische Regierung in die Knie zu zwingen und dem griechischen Volk, ungeachtet des damit verbundenen Leids, die Begleichung der Rechnung abverlangen, die sie selber am allerwenigsten verursacht haben!

Sozialer Kahlschlag heißt die verordnete Medizin. Die Alternative wäre eine Solidargemeinschaft, die auf die sozialen Auswirkungen Rücksicht nimmt. Die EU präsentiert sich als neoliberale Wirtschaftsunion pur, weit weg von einer sozialen Union.

Bis wohin würde denn die Bereitschaft der ÖsterreicherInnen gehen, den Gürtel enger zu schnallen. Der Aufschrei bei neuen neuen Steuer- und Abgabenbelastungen in unserem Land ist auch ohne Griechenlandszenario enorm! Das sollten wir berücksichtigen, wenn wir über Griechenland reden!

Kurt Walser

Ethik heute: Geld haben, um zu arbeiten – grundeinkommen

Ethik heute: Geld haben, um zu arbeiten

by GRUNDEINKOMMEN

Portrait über das unternehmen mitte in Basel beim Netzwerk Ethik heute:

Geld haben, um zu arbeiten

 

Ausschnitt:

“Das unternehmen mitte und die Person Daniel Häni sind unmittelbar verbunden mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. Das Kaffeehaus ist der Kristallisationspunkt des Engagements in der Schweiz. Häni und Enno Schmidt sind die Gründer der Schweizer Volksinitiative, die 2016 zur Abstimmung kommt….

viaEthik heute: Geld haben, um zu arbeiten – grundeinkommen.